Kinder sind keine kleine Erwachsene
Dass Kinder keine kleinen Erwachsenen sind, wirkt sich auch auf die Patientenbeurteilung aus, auch wenn diese denselben Grundprinzipien wie beim Erwachsenen folgt. Kleine Kinder können ihre Beschwerden häufig nur unpräzise äussern. Angaben von Betreuungspersonen haben dadurch eine grosse Bedeutung. Trotzdem soll das Kind als eigenständige Persönlichkeit ernst genommen werden. Symptome von Kindern können sich wesentlich von denjenigen von Erwachsenen unterscheiden.
Allgemeine pädiatrische Beurteilung
Hier muss man das äussere Erscheinungsbild, die Atmung und den Kreislauf alles gemeinsam beurteilen und sich ein Gesamtbild machen.
Äusseres Erscheinungsbild
- Muskelspannung/Schlappheit
- Trink- & Ess-Verhalten
- Bewegungen & Spielverhalten
- Sprache/Weinen
Bewusstsein
- Fokussieren
- Sprechen, Brabbeln
- Weinen
- Teilnahmslosigkeit/Schläfrigkeit
Atmung
- Atemgeräusche
- Atmungsarbeit (Nasenflügeln, Einziehungen, …)
- Atemfrequenz (zu tief, zu hoch)
Kreislauf
- Feuchte Haut
- Blässe
- Blaue Lippen
Verletzung
- Offensichtliche Fehlstellungen, Schwellungen, Blutungen
- Schonhaltung, nicht-gebrauchen von Arm/Bein
- Hinken
- Verdacht auf innere Verletzungen bei Unfällen mit grosser Kinematik
